Maßnahmen zur Offenheit der Tafeln für Interkulturelles und Vielfalt

Deutschland ist eine Migrationsgesellschaft und das spiegelt sich auch in den Tafeln wider. Das Projekt "Maßnahmen zur Offenheit der Tafeln für Interkulturelles und Vielfalt" (MOTIV) unterstützt Tafeln seit März 2019 bei migrationsbedingten Herausforderungen und einer interkulturellen Öffnung. Deutschlandweit werden Angebote für Tafel-Aktive umgesetzt, die themenspezifische Weiterbildung, den Aufbau lokaler Netzwerke mit Migrantenorganisationen und die Umsetzung von interkulturellen Begegnungsaktionen fördern.

Das dreijährige Projekt wird vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) gefördert.

Seminarreihe „Tafel-öffne-dich“

In der Seminarreihe „Tafel-öffne-dich“ steht die Vermittlung von Wissen und Verständnis ebenso im Vordergrund, wie der verbandsinterne Austausch. Entlang der Themen Vielfalt, Teilhabe und Diskriminierung wird gemeinsam diskutiert, Erfahrungen werden ausgetauscht und der Blick auf unterschiedliche Lebensrealitäten geschärft. Die Seminare werden von Trainerinnen und Trainern gestaltet, die Erfahrungsberichte von Zugewanderten einbringen und einen Perspektivwechsel anstoßen. Es wird ein direkter Bezug zur Tafel-Arbeit hergestellt und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen, konkrete Beispiele mitzubringen, sodass Themenschwerpunkte nach Interesse und Bedarf gesetzt werden können.

Lokale Vernetzung mit Migrantenorganisationen und Aufklärung über die Tafel-Arbeit

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Projektarbeit liegt im Aufbau lokaler Netzwerke mit Migrantenorganisationen. Neben dem Ziel, die partizipatorische Einbindung von Menschen mit Flucht- bzw. Migrationserfahrung in die Tafel-Arbeit zu stärken soll der Austausch vor Ort befördert sowie gemeinsame Veranstaltungen und Projekte umgesetzt werden. Migrantenorganisationen setzen sich für bessere Teilhabe von Zugewanderten ein, fördern interkulturellen Austausch, unterstützen durch Beratung, engagieren sich im Bereich der Bildungsarbeit und machen sich stark gegen Diskriminierung.

Wie so eine Zusammenarbeit aussehen kann, zeigt die Kooperation des Deutschen Roten Kreuz (DRK) mit dem Verein EBRU e.V. in Ulm:


 

Förderung von interkulturellen Tafel-Aktionen

In den Jahren 2019 und 2020 wurden zudem rund 80 Tafeln bei der Umsetzung interkultureller Tafel-Aktionen unterstützt. Deutschlandweit veranstalteten Tafeln Projekte, die Raum für interkulturelle Begegnung der Teilnehmerinnen und Teilnehmern schafften: Neben einer gemeinsamen Apfelernte mit anschließender Saftpressung, der Erstellung eines Kochbuchs über eine Halloweenparty mit Feuershow, einem Besuch im Umweltzentrum bis hin zu einer Einschulungsfeier – der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt und die Angebote fanden großen Zuspruch. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden außerdem digitale Angebote ins Leben gerufen, beispielsweise ein digitaler Kochkurs, welcher einen gegenseitigen Austausch ganz ohne Infektionsrisiko ermöglichte.

Einige interkulturelle Tafel-Aktionen wurden filmisch begleitet. Die Kurzfilme, die porträtieren wie die Tafeln sich für interkulturelle Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen, finden Sie auf unserem YouTube-Kanal